Terra Mater WILD

Die Wälder im Inneren von Sri Lanka beherbergen eine ungeheure Fülle an Lebewesen: mehrere Arten von Languren bevölkern die Baumkronen - diese Affen sind die Akrobaten des Dschungels. Weißbartlanguren etwa leben in den Gebirgswäldern bis in 2.000 Meter Meereshöhe - doch wegen der immer weiter fortschreitenden Zerstückelung ihres natürlichen Lebensraums gilt diese Affenart als stark gefährdet.
Am Boden findet sich so manches Schlangennest: hier ist der Tigerpython zu Hause - mit mehr als fünf Metern Länge eine der größten Schlangenarten der Welt. Der Python bebrütet und umsorgt sein Gelege nur solange, bis sich der Nachwuchs in den Eiern zu regen beginnt. Kurz bevor die Jungen schlüpfen, verlässt das Elterntier instinktiv das Nest - andernfalls würde es den eigenen Nachwuchs fressen.
Ein fürsorglicher wirkendes Brutverhalten zeigt der Blau- oder Schmuckkitta - ein farbenprächtiger Vertreter aus der Familie der Rabenvögel, der nur auf Sri Lanka vorkommt. Neben den Eltern kümmern sich auch praktisch alle nahen Verwandten um den Nachwuchs - der Familienverband aus Onkel, Tanten, Cousinen, Cousins und die Geschwister schafft Futter heran und kümmert sich um die Küken, bis diese das Nest verlassen.
Einer der kleinsten Bewohner von Sri Lankas Wäldern ist die Weberameise. Diese Ameisenart errichtet Nester auf Bäumen - mit Hilfe einer erstaunlichen Konstruktionsweise: mehrere Ameisen, die zusammen auf einem Blatt sitzen, packen mit ihren Beißzangen ein benachbartes Blatt am Rand und ziehen es zu sich heran. Weitere Artgenossen schaffen einige Exemplare des eigenen Nachwuchses herbei. Diese Larven sondern feine, klebrige Fäden ab - ähnlich wie Spinnfäden. Mit Hilfe dieses natürlichen Klebstoffs verbinden die Weberameisen immer mehr Blätter, bis am Ende ein rundum geschlossenes Nest für ein ganzes Volk entstanden ist - ein Meisterwerk der Natur.
Weberameisen sind zudem gefährliche Jäger - sie ernähren sich zum großen Teil von anderen Insekten. Kein Wunder, dass sie Nachahmer gefunden haben - zumindest was ihr äußeres Erscheinungsbild betrifft: eine Spinne, die einer Weberameise täuschend ähnlich sieht.