Terra Mater WILD

Südkorea ist der Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018. Während die Augen der Weltöffentlichkeit auf den Skipisten, Langlaufloipen und Rodelbahnen ruhen werden, präsentiert diese Dokumentation die weitgehend unbekannte Natur der umfehdeten Halbinsel. Der Zweiteiler entstand als Koproduktion von Terra Mater Factual Studios und Oxford Scientific Films in Zusammenarbeit mit CJ E&M, Buzz Media und BBC.
Südkorea ist eines der dichtestbesiedelten Länder der Erde, seine Ballungszentren zählen zu den höchsttechnisierten Lebensräumen weltweit. Und doch haben sich viele Koreaner einen starken Bezug zur Tier- und Pflanzenwelt ihrer Heimat bewahrt.
Ein spektakuläres Beispiel sind die Haenyeo - die berühmten “Seefrauen” leben auf der Insel Jejudo, wo sie bis heute eine Jahrtausende alte Tradition fortführen. Diese Frauen unternehmen lange Freitauchgänge, bei denen sie Meeresfrüchte sammeln - darunter besonders begehrte Meeresschnecken. Die Haenyeo können dank ihres harten Trainings und ihrer körperlichen Anpassung mehrere Minuten lang unter Wasser bleiben, wobei sie bis zu 20 Meter tief tauchen. Diese Form des Broterwerbs ist allerdings nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich - jeder Tauchgang will gut überlegt und geplant sein, denn unter Wasser bekommt man kaum mit, wenn das Wetter an der Oberfläche plötzlich umschlägt und der Wellengang die auftauchenden Frauen auf die Küstenfelsen zu werfen droht. Die älteste der “Seefrauen” ist 94 Jahre alt. Sie denkt langsam daran, ihre Tätigkeit an den Nagel zu hängen - auch wenn sie sich unter Wasser nach wie vor wohl und ganz in ihrem Element fühlt.
Die riesigen Wattgebiete der koreanischen Halbinsel bilden wahre Naturparadiese, getränkt in Schlamm. Ein idealer Lebensraum für Winkerkrabben mit ihren kurios anmutenden Gesten wie für die skurrilen Schlammspringer - amphibische Fische, die den Großteil ihres Lebens außerhalb des Wassers verbringen. Stattdessen ziehen sie sich bei Gefahr sowie zum Ruhen und für die Fortpflanzung in ihre Gänge zurück, die sie in den Schlamm gegraben haben.
Eine Eigenheit Koreas sind die Schlammspringer-Fischer: Männer, die auf flachen Schlitten knieend über die Schlammflächen gleiten und ihre Angeln samt scharfen Haken nach Schlammspringern auswerfen - denn die seltsamen Wesen gelten hierzulande als Delikatesse.