Terra Mater WILD

Affen gehören zu den Primaten - sie sind überragend schlau, versiert in Kommunikation, Werkzeuggebrauch und Gesellschaftsleben. Ihre Intelligenz und Anpassungsfähigkeit erlaubt ihnen, völlig neue Lösungen für die Probleme des Überlebens zu entwickeln. Das hat unsere engsten Verwandten so überaus erfolgreich gemacht und ihnen ermöglicht, eine enorme Bandbreite von Lebensräumen zu besiedeln.
So können Schwarze Stumpfnasen auf mehr als 4.000 Meter Seehöhe im Himalaya leben - keine Primatenart außer dem Menschen dringt weiter ins Hochgebirge vor. Rotgesichts-Makaken sind die am weitesten nördlich lebende Primatenart - sie haben sogar gelernt, das Überleben in klirrender Kälte mit einem Wellness-Programm zu verbinden. Sie suchen heiße Thermalquellen auf, um sich darin aufzuwärmen, wenn ringsum der eisige Schneesturm tobt.
Primaten haben auch ein besonderes Talent darin, um die Ecke denken zu können - sie haben sich eine Vielzahl von Werkzeugen zu Eigen gemacht: Spinnenaffen benutzen Blätter als eine Art Schwamm, um an sonst unerreichbare Wasserquellen heranzukommen. Schimpansen besitzen eine umfassende Kollektion von Schlag-, Stocher- und Zerkleinerungswerkzeugen. Und Kapuzineraffen knacken steinharte Nüsse mit einem raffinierten Hammer-Amboss-System. Graulanguren benutzen sogar eine andere Tierart als Werkzeug: Von herabgeworfenen Früchten angelockt, übernimmt ein Rudel Axishirsche Bewachungsdienste während die Affen im Schatten dösen. Nähert sich ein Leopard, können sie sicher sein, dass sie von den Hirschen rechtzeitig gewarnt werden. Thailändische Javaneraffen haben es sogar geschafft, uns Menschen zu instrumentalisieren: Jedes Jahr wird ihnen in der Stadt Loburi ein riesiges Büffet aus feinsten Früchten aufgebaut, an dem sie sich nach Herzenslust die Bäuche vollschlagen können.