Terra Mater WILD

Dehesa - Spaniens Serengeti

Die Landschaft der tausend Farben

Natur & Umwelt • 50 Min.

Beschreibung

Im Süden Europas befindet sich einer der einzigartigsten Wälder der Welt. Über Hunderte von Jahren vom Menschen geprägt und vom mediterranen Klima bestimmt: die „Dehesa“. Es ist die Bezeichnung für beweidete Eichenhaine, die sich über weite Teile im Südwesten Spaniens und Portugal erstrecken. Sie zählen zu den artenreichsten Gebieten der Erde.

Hier patrouillieren die unterschiedlichsten Raubtiere: Adler, Luchse und Mungos – und sie alle jagen dieselbe Beute, das Wildkaninchen, das sein Überleben wiederum seiner außergewöhnlichen Fruchtbarkeit verdankt. Es gilt als das wichtigste Tier in diesem Ökosystem, denn von seiner Existenz hängt das Überleben vieler anderer wichtiger Arten wie des Iberischen Luchses ab. Er ist die am stärksten bedrohte Katze der Welt und ein wahrer Spezialist für die Jagd auf Kaninchen.

Der Mensch hat die Dehesa mitgeprägt, indem er ausgedehnte Weideflächen geschaffen hat, um sein Vieh zu ernähren. Es entstand eine einzigartige Landschaft mit Stein- und Korkeichen, unter denen sowohl wilde als auch domestizierte Tiere weiden, darunter die imposanten Kampfstiere. Die Korkeichen sind eine nachhaltige Ressource, die der Mensch nutzt, ohne die Bäume zu beschädigen. Die Dehesa ist nicht nur reich an Tier- und Pflanzenarten, auch die Landschaft zeigt viele Facetten: Inmitten der bewaldeten Weideflächen erheben sich schroffe Gebirgszüge, in denen Bonelli-Adler und Kurzzehen-Adler brüten und ihre Küken großziehen.

Im Frühling erstrahlen die Weiden in den leuchtendsten Farben. Wiedehopf und Iberische Raubwürger balzen und vermehren sich, wenn auch nicht immer gefahrlos. Sie müssen ihr Brutgebiet gegen Schlangen verteidigen, die hier ebenso heimisch sind und eine große Bedrohung für die Küken darstellen.

Die Wiesen sind nun übersät mit Blumen, die Insekten zum Bestäuben anlocken. Die Farbenpracht ist verlockend – und gleichzeitig auch das perfekte Versteck für winzige Jäger wie die Krabbenspinne, die hier gut getarnt ihrer Beute auflauern.

Die „heiligen Orte“ der Dehesa sind die Wasservorkommen: Bäche, Teiche, Flüsse und Sümpfe versorgen Otter, Schwarzstörche, Frösche und Eisvögel mit Nahrung, bieten Schutz oder laden einfach nur zum Trinken und Baden ein.

Wenn die Sonne über der Dehesa untergeht, ziehen sich die tagaktiven Tiere in ihre Verstecke zurück und die Jäger der Nacht rüsten sich für ihren Auftritt. Jetzt schlägt die Stunde der Eulen und Skorpione. Aber auch der schlimmste Feind des Waldes kommt nun zum Vorschein: der Langhornkäfer. Vier Jahre hat er im Inneren des Baums gelebt und ihn ausgezehrt, bevor er seinen Wirt entkräftet verlässt.

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